Autobahnkirche „Christophorus“

Geschichten (3. von 3 )

Auf einem kleinen Parkplatz nördlich der Autobahn, im Waldgebiet Zweidorfer Holz, ließen sich Durchreisende oftmals zum Picknick nieder. Wilhelm Werthmann aus Zweidorf erkannte 1949, welche Gelegenheit sich dort bot. Mit einigem Wagemut ließ er dort in der Nähe, im Wald, ein Gebäude errichten und eröffnete darin eine einfache Gaststätte, im Volksmund „Mückenstich“ genannt. Die bundeseigene GfN (= Gesellschaft für Nebenbetriebe der Bundesautobahnen mbH) ließ zwischen dem Parkplatz und der von ihr nicht anerkannten Gaststätte einen Sperrgraben ausheben, um die Gäste davon fern zu halten. Auch der noch deutlich verlängerte Sperrgraben konnte nicht verhindern, dass die Gäste trotz Umweg den Weg in die Gaststätte fanden. Schließlich ließ es die GfN zu, dass aus „Mückenstich“ die neuzeitliche „Autobahnraststätte Zweidorfer Holz“ wurde, als dritte private deutsche Raststätte überhaupt.  Seit 1994 ist die Tätigkeit der GfN in die privatrechtlich organisierte T & R (= Autobahn Tank & Rast) überführt worden.

In gewissen Abständen sind Nebenanlagen (Parkplätze, Raststätten, Tankstellen) an Bundesautobahnen notwendig. Auf Grund dessen haben wir nunmehr an der Nordseite und auch an der Südseite die zumindest in ganz Deutschland bekannten Autobahnraststätten „Zweidorfer Holz-Nordseite“, seit 2000 mit neu erbauter Tankstelle, und „Zweidorfer Holz-Südseite“, Tankstelle seit 1979 und Raststätte seit 1981 – seit 1995 bzw. 1999 als Ersatzneubauten; auf beiden Seiten gibt es viele Parkplätze. Da die Autobahn A2 aber auch eine beliebte Verbindung zwischen West- und Osteuropa darstellt, wird der Name „Zweidorfer Holz“ auch in jenen Regionen recht bekannt sein. In Blickrichtung Osten wurde die A2 auch schon als Magistrale über Berlin hinaus nach Warschau, Minsk, Moskau und Wladiwostok, unterwegs mit Abzweig nach Peking, bezeichnet. - Nun, ein Blick auf die Nationalitätenkennzeichen an den Kraftfahrzeugen zeigte bereits in einer kurzen Zeitspanne die überraschende Vielfalt: Außer ganz Europa (Mittel, Nord und Süd, West und Ost) war auch der Nahe Osten, Asien und Nordafrika vertreten.

Sogar in weithin bekannter Literatur ist Die „Autobahnraststätte Zweidorfer Holz“ bereits verewigt. Der bekannte Bestsellerautor Johannes Mario Simmel ließ dort, so in seinem Roman „Alle Menschen werden Brüder“ beschrieben, ein konspiratives Agententreffen stattfinden.

Aber in der heutigen Realität ist es hier so, wie auch an anderen Raststätten oder Parkplätzen entlang der Autobahn, dass die Polizei dann und wann Verkehrskontrollen vornimmt. Die Schwerpunkte der Kontrollen sind weit gefächert: Von den persönlichen Beeinträchtigungen der Fahrer/innen (Alkohol, Drogen, Lenkzeiten) über Fahrzeugzustand bis zur Ladung – die Sicherheit des Verkehrs ist der zentrale Punkt.

Autobahnraststätten „Zweidorfer Holz“

( Nordseite und Südseite)